19. November 2020

Was ist ein Grundbuchauszug und wozu benötigt man ihn?

Ein Grundbuchauszug ist ein rechtlicher Beweis für den Nachweis von Eigentum und Besitz einer Immobilie. Somit kann man sich ein Bild von der Immobilie machen und erfahren, wem sie gehört und welche Lasten und Pflichten es gibt.

Amtsgericht Vorderseite

Was beinhaltet ein Grundbuchauszug?

Der Grundbuchauszug beinhaltet auf der ersten Seite (Titelseite) eine Grundbuchblattnummer, welche nur jeweils einmal beim zuständigen Amtsgericht vergeben wird. Das zuständige Amtsgericht wird auf dieser Seite aufgeführt sowie auch die Gemarkung (Ort des Grundstücks).

Auf der zweiten Seite ist ein Bestandsverzeichnis des Grundstücks aus dem Katasteramt (amtliche Stelle, die die Register über alle Grundstücke eines bestimmten Bezirks führt) dargestellt, welches die Adresse des Grundstücks und weitere relevante Informationen wie Flur, Flurstück und Grundstücksgröße sowie Nutzungsrechte aufführt.

Es gibt darüber hinaus verschiedene weitere Aspekte, die in einem Grundbuchauszug zusätzlich mit aufgeführt werden können. Ein Beispiel für eine Eigentumswohnung wäre hierbei die Bekanntgabe darüber, welcher Miteigentumsanteil bei der benannten Wohnung vorhanden ist und was für Sondernutzungsrechte vorherrschen.

Im Nachgang des Bestandsverzeichnisses wird das Grundbuch in drei Absätze gegliedert, die sich wie folgt unterteilen:

1. Eigentumsverhältnis 

Hier wird der aktuell eingetragene Eigentümer mit seinen persönlichen Angaben beschrieben sowie auch vorherige Eigentümer und welche Übergaben es in Form von Auflassungsvormerkungen in der Vergangenheit gab – also alle bestehenden und sich anbahnende Eigentumsverhältnisse.

2. Lasten und Einschränkungen

In diesem Absatz sind alle Lasten und Einschränkungen (Dienstbarkeiten) eingetragen bis auf solche Lasten, die sich beispielsweise auf eine Grundschuld beziehen (finanzielle Lasten). 

Bei Lasten kann es sich hier vielmehr um Wegerecht, Leitungsrecht (z.B. Trinkwasser- oder Gasleitung)  oder eingetragenes Wohnrecht handeln. Je nach Dienstbarkeit sind finanzielle Wertminderungen möglich. Zur sicheren Angabe ist hier eine genaue Analyse notwendig.

3. Finanzielle Lasten

Hier werden alle finanziellen Lasten in Form von Grundschulden aufgeführt. Diese Lasten können aussagen, wie hoch die Grundschuld ist, wann und zu welchen Gunsten sie eingetragen wurden (z.B. wurde am 15.01.2010 eine Grundschuld für die Deutsche in Höhe von 100.000 € eingetragen). Die aufgeführte Grundschuld muss für den Eigentümer nicht zwangsläufig noch Bestand haben, da sie eventuell schon beim Gläubiger beglichen wurde. Sollte dies der Fall sein, kann der Eigentümer des Grundstücks jederzeit eine Löschungsbewilligung bei seiner Bank beantragen. Mit dieser ist der Eigentümer dann befugt, die Grundschuld zeitlich flexibel löschen zu lassen – beispielsweise auch erst in 10 Jahren. Wichtig ist, die Löschungsbewilligung gut aufzubewahren, da nur das Original von einem Notar anerkannt wird.

Wie bekomme ich einen Grundbuchauszug?

Wenn Sie als Eigentümer einen aktuellen Grundbuchauszug benötigen, gehen Sie zum zuständigen Amtsgericht, wo sich Ihre Immobilie befindet. Das zuständige Grundbuchamt stellt Ihnen persönlich einen Auszug aus – natürlich können Sie auch einen Grundbuchauszug per Post bestellen. In der Regel dauert die Bestellung eines Grundbuchauszuges ca. 7-10 Tage. Sollten Sie aber über einen Verkauf Ihrer Immobilie nachdenken, können Sie diese Angelegenheit dem Immobilienmakler Ihres Vertrauens überlassen, da dieser in der Regel innerhalb von 24 Stunden einen Grundbuchauszug über einen Notar organisieren kann. So haben Sie eine Sorge weniger!

Wozu brauche ich einen Grundbuchauszug?

Ein Grundbuchauszug kann aus den verschiedensten Gründen beantragt werden. In den meisten Fällen erfolgt eine Beantragung bei Beleihung, Verkauf oder Bewertung einer Immobilie.

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