22. September 2021

Kaufnebenkosten bei dem Immobilienkauf – Womit muss man rechnen?

Ein Immobilienkauf ist mit Kaufnebenkosten verbunden. Die Aufwendungen variieren, wobei nicht nur Maklerprovisionen, sondern auch die Lage des Immobilienobjekts die Kosten beeinflussen. Damit der Gesamtpreis der Traumimmobilie nicht die gesetzten Budgetgrenzen überschreitet, lohnt es sich, die Kaufnebenkosten im Vorfeld zu berechnen. Doch wie setzen sich die Nebenkosten eigentlich zusammen, wie lassen sich die Kaufnebenkosten berechnen und sind die zusätzlichen Ausgaben steuerlich absetzbar?

Was sind Kaufnebenkosten bei dem Immobilienkauf?

Unter Kaufnebenkosten versteht man Kosten, die zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis einer Immobilie bezahlt werden müssen. Die durchschnittlichen Nebenkosten betragen 10 bis 15 Prozent des Immobilienpreises, wobei die Ausgaben stark schwanken können. Wird die Immobilie über einen Makler vermittelt, so ist beispielsweise eine Maklergebühr zu entrichten. Die Maklerprovision unterliegt keiner gesetzlichen Deckelung. Übliche Maklerprovisionen bewegen sich in Deutschland jedoch zwischen 3 und 8 Prozent des Immobilienpreises. Aufgrund einer gesetzlichen Änderung im Jahr 2020 wird die Maklerprovision nunmehr zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt. Weitere Zusatzkosten, die den Gesamtpreis der Immobilie erhöhen, sind beispielsweise:

  • Gebühren für die Grundbucheintragung
  • Kosten für die Errichtung und Abwicklung des Kaufvertrags
  • Grunderwerbssteuer

Die Grunderwerbssteuer ist abhängig von der Lage der Immobilie und beträgt je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 Prozent des Immobilienkaufpreises. Um die exakten Kaufnebenkosten zu berechnen, ist es ratsam, vorab einen Nebenkostenrechner oder Grundbuchrechner zu nutzen. 

Wie hoch sind Grunderwerbsteuer und Notarkosten?

Beim Kauf einer Immobilie in der Bundesrepublik ist eine notarielle Beurkundung erforderlich. Für den Notar sowie für das Grundbuch entstehen Kosten in der Höhe von 1,5 bis 2 Prozent des Immobilienkaufpreises. Die Notarkosten setzen sich aus unterschiedlichen Positionen zusammen. So muss einerseits ein Kaufvertrag erstellt werden. Andererseits entstehen Kosten durch die Eintragung in die Grundbücher sowie durch etwaige Aufwendungen für die Einrichtung eines Notaranderkontos

Das Notaranderkonto ist hierbei ein Treuhandkonto, welches vom zuständigen Notar geführt wird. Der Notar richtet das Konto nach Ermessen ein, wobei ein berechtigtes Sicherungsinteresse vorliegen muss. Ein berechtigtes Sicherungsinteresse besteht beispielsweise immer dann, wenn das gewünschte Objekt aus einer Zwangsversteigerung stammt. Die Grundbuchkosten belaufen sich wiederum auf 0,5 Prozent des Immobilienkaufpreises, wobei der Notar die Eigentumsübertragung auch an das Finanzamt meldet. Sämtliche Grundbuchkosten sind vom Immobilienkäufer zu tragen. Im Gegensatz dazu können die Notarkosten bei einem Wechsel des Eigentümers von beiden Parteien getragen werden.

Welche Kaufnebenkosten sind steuerlich absetzbar?

Wird das Immobilienobjekt für private Zwecke erworben, so sind die Nebenkosten nicht steuerlich absetzbar. Bei einer gewerblichen Verwendung dürfen die Notar- und Grundbuchkosten sowie die Grunderwerbsteuer und die Kosten für den Makler von der Steuer abgesetzt werden. Wichtig ist hierbei jedoch, dass das Objekt gewerblich genutzt oder vermietet wird. Die Entgelte für den Makler sind im Rahmen der zu versteuernden Mieteinnahmen abzugsfähig. Vermieter können zudem die Wartungs- und Renovierungskosten steuermindernd geltend machen.

Kaufnebenkosten in Magdeburg und Sachsen-Anhalt

Die Nebenkosten, die in Sachsen-Anhalt für den Kauf einer Immobilie zu bezahlen sind, bewegen sich zumeist im deutschen Durchschnitt. So beträgt die Grunderwerbssteuer in Sachsen-Anhalt aktuell 5,0 %. Hat die Immobilie beispielsweise einen Wert von 400.000 Euro, müssen 20.000 Euro an Grunderwerbssteuer abgeführt werden. Ohne Maklergebühren belaufen sich die Nebenkosten in Magdeburg und Sachsen-Anhalt auf rund 6,5 Prozent. Die durchschnittlichen Maklerkosten betragen in Sachsen-Anhalt wiederum 7,2 Prozent. Wer einen Makler hinzuzieht, muss daher mit Nebenkosten von 12 bis 14 Prozent des Immobilienkaufpreises rechnen.

Fazit

Wer sich für eine Immobilie interessiert, muss die Nebenkosten im Auge behalten. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie daher vorab die Kaufnebenkosten berechnen. Dabei lassen sich die Kosten mit ein wenig Fachwissen und Expertise überaus genau bestimmen, sodass es möglich ist, bereits vorab einen fundierten Finanzierungsplan zu erstellen. Wird die Immobilie über Fremdkapital finanziert, gilt es zudem zu beachten, dass viele Banken und Kreditinstitute günstigere Konditionen anbieten, wenn zumindest die Nebenkosten aus dem Eigenkapital bedient werden können.

Haben wir Ihr Interesse geweckt oder möchten Sie mehr zum Thema Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf erfahren? Dann kontaktieren Sie uns telefonisch oder über unser Kontaktformular. Unser erfahrenes Team nimmt sich gerne für Sie Zeit und hilft Ihnen bei allen Fragen rund um Ihren Immobilienkauf. Wir freuen uns auf Sie!

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