Grundsteuerreform 2022 – Diese Punkte müssen Sie als Hauseigentümer beachten

Modellhaus aus Holz-sonne-immobilie

Ab Januar 2025 müssen Grundsteuern aufgrund einer neuen Berechnungsgrundlage gezahlt werden. Der bisher als Berechnungsgrundlage dienende Einheitswert verliert dann seine Gültigkeit. Ersetzt wird er durch neue Grundsteuerwerte, die im Rahmen der Grundsteuerreform 2022 ermittelt werden.
Hierzu müssen Immobilienbesitzer zwischen dem 1. Juli und dem 31. Oktober 2022 beim Finanzamt eine Feststellungserklärung einreichen.
Welche Angaben die Behörden benötigen und wie diese einzureichen sind, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Warum wurde die Grundsteuerreform 2022 beschlossen?

Im April 2018 erklärte das Bundesverfassungsgericht die Einheitsbewertung von Grundstücken und Immobilien für verfassungswidrig. Hauptgrund hierfür war, dass die bisherige Berechnung auf veralteten Einheitswerten basierte. In den alten Bundesländern wurden Daten aus dem Jahr 1964 zugrunde gelegt, in den neuen Bundesländern sogar Daten aus dem Jahr 1935. Das führte dazu, dass für vergleichbare Objekte in benachbarter Lage bislang teilweise völlig unterschiedliche Grundsteuern zu zahlen waren.

Die Grundsteuerreform 2022 soll durch ein neues Verfahren mehr Gerechtigkeit schaffen. Künftig kommen veränderte Parameter zur Anwendung, um den Wert von Grundstücken und Gebäuden neu zu ermitteln.

Welche neuen Grundsteuer-Regelungen bringt die Grundsteuerreform 2022 mit sich?

Die Berechnung der Grundsteuer erfolgte bislang anhand des Einheitswertes, der Grundsteuermesszahl und der Hebesätze der Kommunen. Die Formel zur Berechnung der Grundsteuer ändert sich durch die Grundsteuerreform 2022 kaum. Statt Grundsteuer = Einheitswert x Grundsteuermesszahl x Hebesatz heißt es in Zukunft:

Grundsteuer = Grundsteuerwert x Grundsteuermesszahl x Hebesatz

Grundsteuer

Grundsteuer = Grundsteuerwert x Grundsteuermesszahl x Hebesatz

Während der Einheitswert entweder nach dem Ertrags- oder dem Sachwertverfahren berechnet wurde, kommt bei der Berechnung des Grundsteuerwerts von Wohngrundstücken ausschließlich das Ertragswertverfahren zum Einsatz. Das Sachwertverfahren findet nur noch bei Nichtwohngrundstücken Verwendung. Genauere Informationen zur Nutzung der beiden Verfahren finden Sie auf dieser Seite des IVD.

Die Grundsteuermesszahl richtet sich nach der Art des Gebäudes, dessen Lage und der Bebauung. Sie bestimmt, welcher Teil des Einheits- bzw. Grundsteuerwertes steuerpflichtig ist. In den neuen Bundesländern sind die Messzahlen in der Regel höher als in den alten, um den meist niedrigeren Einheitswert auszugleichen.

Bei den Hebesätzen für die Grundsteuer handelt es sich um individuell von den Gemeinden festgelegte Werte, die die Steuerlast bestimmen. Innerhalb Deutschlands herrschen diesbezüglich starke regionale Unterschiede, insbesondere zwischen ländlichen Gebieten und Ballungszentren.

Welche Daten müssen an das Finanzamt übergeben werden?

Welche Daten Immobilienbesitzer in das Grundsteuerreform-2022-Formular eintragen müssen, richtet sich zunächst nach dem Bundesland, in dem Sie Eigentum besitzen. Für die Berechnung wurde ein sogenanntes Bundesmodell erstellt, das die meisten Bundesländer umsetzen. Sachsen und das Saarland weichen bei der Steuermesszahl ab, während Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Hessen ein individuelles Grundsteuermodell anwenden.

Die meisten Daten erfordert das Berechnungsverfahren des Bundesmodells, das durch eine Vielzahl an Variablen die Werte von Grundstücken und Gebäuden möglichst genau abbilden will. Neben dem Bodenrichtwert, der Grundstücksfläche, der Immobilienart und der Gebäudefläche sind auch die statistische Nettokaltmiete, das Gebäudealter und die Mietniveaustufe in das Grundsteuerreform-2022-Formular einzutragen.

Immobilienbesitzer in Bundesländern, die ein eigenes Modell anwenden, sollten sich bezüglich der nötigen Angaben für die Grundsteuerreform 2022 beim Steuerberater ihres Vertrauens informieren, um kostspielige Fehler zu vermeiden.

Was ist bei der Datenabgabe für die Grundsteuerreform 2022 in Elster zu beachten

Es wurde festgelegt, dass die Daten für die Grundsteuerreform 2022 über das Online-Angebot der Steuerverwaltung »Mein ELSTER«  einzureichen sind. Menschen ohne Internetzugang können sich bezüglich der Grundsteuerreform 2022 an einen Steuerberater oder Angehörige wenden. Zudem soll in Ausnahmefällen eine Abgabe auf Papier möglich sein. Das dafür erforderliche Grundsteuerreform-2022-Formular gibt es ab spätestens dem 01.07.2022 beim zuständigen Finanzamt.

Sofern Sie bereits über ein Benutzerkonto verfügen, können Sie dieses für die Abgabe der Daten zur Grundsteuerreform 2022 über »Mein ELSTER« nutzen.
Anderenfalls müssen Sie sich vorab auf dem Portal registrieren. Damit sollten Sie nicht zu lange warten, da die Zustellung des Aktivierungscodes per Post bis zu zwei Wochen dauert. Über Ihr Benutzerkonto können Sie nicht nur Ihre eigenen Grundsteuererklärungen bequem elektronisch an das Finanzamt übermitteln, sondern auch die Ihrer Angehörigen.

Grundsteuerreform 2022 – Daten-Check und Formulare

Wenn Sie die für die neue Grundsteuer erforderlichen Daten fristgerecht einreichen möchten, sollten Sie frühzeitig mit dem Sammeln der Angaben beginnen. Zum Teil lassen sich die nötigen Informationen gar nicht so einfach ermitteln.

Das elektronische Grundsteuerreform-2022-Formular finden Sie direkt auf »Mein ELSTER«. Noch einfacher geht es mit der Applikation »WISO« für die Grundsteuerreform 2022. Diese App ermöglicht in der Grundversion die Abgabe für bis zu drei Grundstücke.

Wenn Sie mehrere Immobilien besitzen oder auch Daten für Ihre Angehörigen einreichen möchten, können Sie WISO für die Grundsteuerreform 2022 ebenfalls nutzen. Die Lizenz ist in Dreierschritten auf bis zu 99 Grundstücke erweiterbar. Selbst Steuerberater können sich mit WISO die Grundsteuerreform 2022 erleichtern, sofern ihnen die maximale Grundstücksanzahl ausreicht.

Grundsteuerreform

Diese Daten benötigen Sie für die verschiedenen Brechnungsmodelle

Grundbuchdaten, Bodenrichtwert, Wohnfläche, Grundstücksfläche, Art der Immobilie, Art der Nutzung, Aktenzeichen des Einheitswertes, Anzahl kleiner, mittlerer und großer Wohnungen, Anzahl von Garagen und Stellplätzen, Gebäudealter

Grundbuchdaten, Bodenrichtwert (nur Hessen und Niedersachsen), Wohnfläche, Grundstücksfläche, Art der Nutzung, Aktenzeichen des Einheitswertes

Grundbuchdaten, Bodenrichtwert, Grundstücksfläche, Art der Nutzung, Aktenzeichen des Einheitswertes

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Sie möchten mehr zum Thema erfahren? Dann stehen wir Ihnen als Sorglosmakler gern hilfreich zur Seite. Gleiches gilt, wenn Sie an einer Immobilienbewertung oder anderen Leistungen rund um den Immobilienkauf und -verkauf interessiert sind. 

Kontaktieren Sie uns am besten noch heute für ein unverbindliches Beratungsgespräch. Unsere Referenzen sprechen für sich.

Quelle: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerarten/Grundsteuer-und-Grunderwerbsteuer/reform-der-grundsteuer.html


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